Qualitätszirkel in der Selbsthilfe

Auf Schatzsuche gehen – Qualitätszirkel in der Selbsthilfe

Biografisch orientierte Qualitätsentwicklung für MulitplikatorInnen und Mitglieder aus Selbsthilfegruppen

Das Projekt „Auf Schatzsuche gehen – Qualitätszirkel in der Selbsthilfe“ bietet GruppenleiterInnen von Selbsthilfegruppen und interessierten Mitgliedern aus Selbsthilfegruppen die Möglichkeit, die Methode „Qualitätszirkel im Gesundheits- & Sozialwesen - QuiG®“ unter der besonderen Perspektive der biografischen `Schatzsuche` kennen zu lernen und zu erproben. 

QuiG® ist ein anerkanntes Verfahren zur Qualitätsentwicklung, das in mehreren Modellprojekten zur Unterstützung professionellen Handelns im Gesundheitsbereich entwickelt und vereinzelt auch im Selbsthilfebereich erfolgreich angewendet wurde. Das Verfahren wird von der Bundesvereinigung für Prävention und Gesundheit empfohlen, ist institutionell bei der Gesellschaft zur Förderung Medizinischer Kommunikation, Göttingen (GeMeKo // http://www.gemeko.de/) angesiedelt und wird wissenschaftlich begleitet durch Dr. Ottomar Bahrs von der Universitätsmedizin Göttingen (Abteilung Med. Psychologie & Med. Soziologie). Unser Projekt  setzt einen neuen Akzent und verbindet erstmalig gesundheitsbezogene biografische Lernerfahrungen und die Förderung von Kompetenzen, die auch in der Selbsthilfegruppenarbeit wirksam werden können.

Im Rahmen von ca. zehn Treffen im Zeitraum eines Jahres setzen sich die Teilnehmenden mit dem thematischen Schwerpunkt des eigenen Umgangs mit  Belastungen und Stress auf dem Hintergrund ihrer Lebensgeschichte auseinander und entwickeln individuelle ressourcenorientierte Lösungsstrategien.

Zielsetzung des Projektes

Die TeilnehmerInnen des Qualitätszirkels

- beleuchten ihre Krankheits-/Gesundheitsgeschichte im biografischen Kontext

- formulieren Gesundheitsziele

- machen sich auf Entdeckungsreise zu  verfügbaren Ressourcen und der eigenen
  Veränderungschance

- entwickeln individuelle Bewältigungsstrategien

- reflektieren in der Gruppe konkrete Veränderungsschritte

- erleben Selbstwirksamkeit

Hintergrund und Erfolgsindikatoren des Projektes

Die Idee zu dem Projekt „Auf Schatzsuche gehen – Qualitätszirkel in der Selbsthilfe“ ist aus einem Pilotzirkel zum Thema Bluthochdruck in Zusammenarbeit mit Vertretern des Göttinger Blutdruckinstituts und entsprechender Selbsthilfegruppen, der GeMeKo und betroffenen Patienten entstanden.1 Das nun geplante Projekt ist offen für Mitglieder aus Selbsthilfegruppen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten und kann somit auch Austausch und Vernetzung untereinander anregen.

Ein Qualitätszirkel umfasst folgende Stationen:

- Auswahl eines Rahmenthemas (z.B. Thema „Stress“)

- Problemliste erstellen (Gruppe gemeinsam)

- Qualitätskriterien für die Problemlösung benennen (Gruppe gemeinsam)

- Alltagshandeln dokumentieren (JedeR TN individuell)

- Fall auswählen, präsentieren und diskutieren (individuelle Falldarstellungen)

- Zielvorstellungen formulieren (im Rahmen der Falldarstellung)

- Veränderung planen und umsetzen (jedeR TN individuell)

- Veränderung überprüfen (Gruppe gemeinsam)

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1 Dieses Projekt ist dokumentiert in DER MENSCH (1-2013; Qualitätsentwicklung) „Qualitätszirkel Hypertonie: Druck im Leben – Druck in den Gefäßen“; Autor: M.Röslen u. O. Bahrs.

 

Angesprochene Zielgruppen

Das Projekt erreicht folgende Zielgruppen:

-       Gruppenleitungen und andere MulitplikatorInnen von Selbsthilfegruppen aus allen Bereichen gesundheitlicher Selbsthilfe

-       Mitglieder von Selbsthilfegruppen

Projektaufbau, Projektdurchführung und Projektumsetzung

Das Projekt „Auf Schatzsuche gehen – Qualitätszirkel in der Selbsthilfe“ wird im Rahmen der Selbsthilfekontaktstelle Göttingen - KIBIS - angeboten.

Die Laufzeit des Projekts beträgt ein Jahr. In diesem Zeitraum finden zehn Treffen von jeweils 120 Minuten statt (5 Treffen 2014, 5 Treffen 2015)

Am Qualitätszirkel nehmen ca. 8 bis 12 Personen teil.

Projektbeteiligte und Kooperationspartner
Die Gruppe wird von Michael Röslen moderiert (QuiG®-Moderator & Projektleiter seitens  der GeMeKo). Die organisatorische Begleitung übernimmt Christina Ziethen, Geschäftsführerin KIBIS (Projektleitung seitens der KIBIS) zusammen mit Susanne Grebe-Deppe, freie Mitarbeiterin KIBIS (Protokoll und Dokumentation). Die wissenschaftliche Begleitung liegt bei Herrn Dr. Bahrs (Universitätsemdizin Göttingen; Abteilung Med. Psychologie & Med.Soziologie und Vorstand der GeMeKo)

Durch die Beteiligung von Mitgliedern aus unterschiedlichen Selbsthilfegruppen wird der Kontakt und die Kooperation der Gruppen untereinander gestärkt.

Laufzeit des Projektes

Frühsommer 2014 bis Frühsommer 2015

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Die Teilnahme an den zehn Veranstaltungen im Zeitraum eines Jahres ab dem Juli 2014 ist für Mitglieder von Selbsthilfegruppen kostenlos. Weitere Informationen und Anmeldung in der KIBIS Göttingen:

E-Mail: kibis@gesundheitszentrum-goe.de
Telefon: (05 51) 48 67 66